Fischach (Augsburg) Zitieren

 

Erdteilallegorien an diesem Ort
Orts- und Gebäudegeschichte 

Zur Zeit der Ausmalung waren im Ort Fischach verschiedene Herrschaften, zum Teil seit dem Mittelalter, begütert: die Markgrafschaft Burgau, das Domkapitel Augsburg, die Klöster St. Ulrich, Hl. Kreuz, St. Georg in Augsburg und das Kloster Oberschönenfeld. Die Landeshoheit hatte bis zur Mediatisierung die Markgrafschaft Burgau inne.[1] Die Pfarrei allerdings gehörte seit dem 16. Jahrhundert dem der Dillinger Pfarrkirche St. Peter angegliederten Kollegiatsstift. Die Patronatsherrschaft über St. Peter hatte wiederum das Domkapitel zu Augsburg bereits seit dem 13. Jahrhundert. Aus diesem Grund findet sich auch das Wappen des Domkapitels am Chorbogen der Kirche.

981 Ersterwähnung des Ortes Fischach
1126 erste urkundliche Erwähnung der Kirche
13. Jahrhundert Schenkung der Pfarrei an das Prämonstratenserkloster Ursberg
1316 erscheint die Pfarrei als Zubehör der Burg Hattenberg, die sich im Augsburg bischöflichen Besitz befand
1498 Gründung des Kollegiatsstift St. Peter in Dillingen durch den Augsburger Bischof Friedrich von Zollern (reg. 1486–1505); Transfers eines Teils der Einkünfte der Pfarrei an das Stift
1499 Weihe der neuerbauten Kirche Verwendung älterer Teile (11./12. Jh.)
1503 Inkorporation der Pfarrei in das Stift zu Dillingen
1668 Gründung einer Bruderschaft zum allerheiligsten Altarsakraments durch Pfarrer Johann Ulrich Retsch (reg. 1667–1673)
1705 Abbruch der steinernen Kanzel und Einbau einer hölzernen unter Pfarrer Franz Sales Federle (reg. 1700–1723)
1730 Neubau und Teilfreskierung des Chores (Embleme)[2] unter Pfarrer Christoph Motzet (reg. 1724–1739) [Maurermeister und Stuckateur: Joseph Meitinger; Maler: unbekannt]
1753-1760 Barockisierung des Langhauses unter Pfarrer Franz Xaver Schultes (reg. 1750–1769) (Maurermeister und Stuckateur: Joseph Meitinger (Ustersbach); Maler: Franz Martin Kuen (Weißenhorn); Schreiner: Josef Lugner & Hans Georg Mayer (Fischach); Fassmaler: Joseph Hürber (Dinkelscherben)]
1760 Patroziniumsfest anlässlich eines geschenkten heiligen Kreuzpartikels und als Abschluss der Kirchenerneuerung
1768 achttägiges Fest zum 100-jährigen Jubiläum der Corpus-Christi Bruderschaft
1803 Säkularisation; neuer Patronatsherr bayerische Kurfürst
1868 dreitägiges Fest zum 200-jährigen Bestehen der Corpus-Christi-Bruderschaft
1952 Erhebung Fischachs zum Markt
1964/1965 Erweiterung des Langhauses gen Westen

[1] Vgl. Steichele 2/1864, 53; Piller 1981, 72–95.

[2] In der Regel werden diese auch mit Franz Martin Kuen in Verbindung gebracht (vgl. Neu/Otten 1970, 106; KD  Kemp 1981, 191; Dehio Bayern 3/2008, 340), allerdings archivalisch belegt ist, dass 1730 im Chor zehn „alttestamentisch auf die Corpus-Christi-Bruderschaft abzielende gemalte Figuren am Gewölb“ angebracht wurden. Vier von den zehn hat Franz Martin Kuen 1753 durch die christlichen Tugenden ersetzt. Vgl. Piller 1981, 216.

Bibliografie 

Zuletzt aktualisiert am: 01.12.2015

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Forschungsplattform Erdteilallegorien im Barockzeitalter / Research database Continent Allegories in the Baroque Age

Nirgendwo hat der Barock eine solche Dichte an Allegorien der vier Erdteile – Europa, Asien, Afrika und Amerika – hervorgebracht wie im Süden des Heiligen Römischen Reiches. In ihnen manifestieren sich die Vorstellungen des Barock von der Gestalt der Welt, ihrer politischen, sozialen und spirituellen Ordnung, vom Fremden wie vom Bekannten. Diese einzigartige Sammlung dokumentiert Darstellungen der vier Erdteile in Fresken, Stuck, Gemälden oder Skulpturen in ihren ursprünglichen Ausstattungskontexten. Baugeschichten sind ebenso erfasst wie Künstler, Auftraggeber und Werkverzeichnisse.

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Allegories of the four continents – Europe, Asia, Africa, and America – were an extremely popular iconographic motive during the baroque era. It was most prevalent in the Southern Parts of the Holy Roman Empire. These allegories express/manifest/carry the imagination/conception/vision of the baroque of the shape of the world, its political, social, and spiritual order as well as of foreign and familiar things. This unique collection documents depictions of four continents in frescoes, stucco, paintings or sculptures in their place of origin. The historical contextualization contains the building history as well as artists, principals, and catalogues raisonnés.

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