*Wien (PB Wien), Stadtpalais Zitieren

 

Erdteilallegorien an diesem Ort
Orts- und Gebäudegeschichte 

Nach dem Kauf des Belvedere durch Maria Theresia, Transferierung der Panele dorthin

Sonstiges 

Auszug aus der Diplomarbeit „Die Welt in Österreich – 57 Beispiele barocker Erdteilallegorien“ von Marion Romberg (Wien, 2008):

Nach dem Ankauf des Stadtpalais sowie des Gartenpalais des Prinzen Eugen von Savoyen durch Maria Theresia wurde in ihrem Auftrag Teile der Ausstattung der Galerie und des Gold- / Spiegelkabinetts in die ehemaligen Privaträume des Prinzen im Unteren Belvedere überführt.[1] Teile des ursprünglichen Arrangements der Täfelung des Gold-/Spiegelkabinetts sind in einem Stich von Salomon Kleiner erhalten. Auf diesem Stich sind auf der Frontwand in der untersten Reihe oberhalb der Sockelzone die vier Tageszeiten (v.li.n.re: Sonnenaufgang, Mittag, Sonnenuntergang, Nacht) sowie in der mittleren Reihe die Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde, wie sie heute im unteren Belvedere noch zu sehen sind, erkennbar. In der obersten Reihe der Wandtäfelung finden sich Allegorien der vier Jahreszeiten (v.li.n.re: Winter, Herbst, Sommer, Frühling), die jedoch nicht mit denen im Unteren Belvedere übereinstimmen. Während das heutige Arrangement der Täfelchen der vertikalen Reihung der Täfelchen zumindest die Frontwand betreffend folgt, wurde die horizontale Reihung der zusammengehörigen Täfelchen zugunsten einer quadratischen Reihenfolge aufgegeben. Hieraus ist es durchaus zulässig anzunehmen,  dass die heute sichtbare quadratische Anbringung der Erdteil-Allegorien im Unteren Belvedere nicht die ursprüngliche ist. Ein näheres Studium des Stiches führte in der oberen rechten Hälfte der Wand gegenüber der Fenster die allegorische Darstellung Amerikas zu Tage. Aus der ursprünglich chronologischen Reihenfolge der Jahreszeiten sowie Tageszeiten lässt sich der Schluss ziehen, dass die Erdteile in einer hierarchischen Reihung angebracht waren, beginnend mit Europa und endend mit Amerika.

[1] Vgl. ausführlich hierzu Seeger 2004, 100–108 und 115–123.

Bibliografie 

Zuletzt aktualisiert am: 20.06.2016

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Forschungsplattform Erdteilallegorien im Barockzeitalter / Research database Continent Allegories in the Baroque Age

Nirgendwo hat der Barock eine solche Dichte an Allegorien der vier Erdteile – Europa, Asien, Afrika und Amerika – hervorgebracht wie im Süden des Heiligen Römischen Reiches. In ihnen manifestieren sich die Vorstellungen des Barock von der Gestalt der Welt, ihrer politischen, sozialen und spirituellen Ordnung, vom Fremden wie vom Bekannten. Diese einzigartige Sammlung dokumentiert Darstellungen der vier Erdteile in Fresken, Stuck, Gemälden oder Skulpturen in ihren ursprünglichen Ausstattungskontexten. Baugeschichten sind ebenso erfasst wie Künstler, Auftraggeber und Werkverzeichnisse.

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Allegories of the four continents – Europe, Asia, Africa, and America – were an extremely popular iconographic motive during the baroque era. It was most prevalent in the Southern Parts of the Holy Roman Empire. These allegories express/manifest/carry the imagination/conception/vision of the baroque of the shape of the world, its political, social, and spiritual order as well as of foreign and familiar things. This unique collection documents depictions of four continents in frescoes, stucco, paintings or sculptures in their place of origin. The historical contextualization contains the building history as well as artists, principals, and catalogues raisonnés.

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